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Der Eskimokuss – Ein weit verbreiteter Irrglaube

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Der Eskimokuss oder auch Nasenkuss genannt, wird meist mit den Ureinwohnern der Arktis in Verbindung gebracht. Klingt es doch zunächst ziemlich plausibel. Mit Tüchern verdecken die dort lebenden Menschen ihr Gesicht um sich vor der Kälte zu schützen. Um doch eine Zuneigung für seinen Gegenüber zu zeigen und nicht Gefahr zu laufen, aneinander fest zufrieren, berührten sie sich ausschließlich mit den Nasenspitzen. Wirklich?
Unter dem Aspekt von Physik ist es eigentlich nahe liegend, dass der Nasenkuss so seinen Ursprung fand. Feuchtigkeit auf den Lippen würde unter den meteorologischen Bedingungen in der Arktis bei der Berührung seinen Aggregatzustand ändern und es würde sich Eis bilden. Die Folge wäre, dass die Lippen aneinander festfrieren.
Plausibel aber nicht wirklich richtig.

Ein kurzer Ausflug in die Biologie

Um die Oberfläche der Haut geschmeidig zu halten, produzieren die in der Lederhaut sitzenden Talgdrüsen die so genannten Lipide. Lipide, oder auch Talg, Hauttalg oder Sebum genannt, beinhalten Fette, welche durch die Poren auf die obere Hautschicht gelangen. So wird das dort anhaftende Wasser verdrängt und durch das Fett ein „anfrieren“ verhindert.
EskimokussDer selten auch als Riechgruß, mittels der Nase genannte Kuss, muss zwangsläufig einen anderen Ursprung haben. Schon der Tatsache geschuldet, dass der „Nasenkuss“ nicht nur in arktischen Ländern verbreitet ist, sondern auch in Ländern Asiens praktiziert wird, wiederlegt die oben genannte Theorie.

Was ist der „Eskimoskuss“ wirklich?

Bei dem Ritual des Riechgrußes werden zur Begrüßung die Stirn und die Nase vorsichtig aneinander gehalten. Der kurze Abstand zwischen den beiden Gesichtern gibt ein besonderes Gefühl der Nähe. Dabei begrüßt man sich mit den Worten „Kia Ora“ was so viel wie „Mögest du gesund bleiben“ bedeutet. Dieses Begrüßungsritual nennt sich „Hongi“ und kann mit dem uns bekannten „riechen“ übersetzt werden.
Der Riechgruß stellt so an sich auch keine ethnische Variante des Küssens dar. Vielmehr entspringt er dem Ritual des „Beschnüffelns“ seines Gegenübers. Auch findet der Riechgruß, anders wie vermutet, seinen Ursprung nicht bei den in Alaska lebenden Inuit sondern bei den im Neuseeland lebenden Ureinwohnern, den Maori wieder.

„Kia Ora!“

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